Für mehr Grau im Leben

Mangold & Muskat Text für mehr Toleranz und weniger Druck

 

 

Für mehr Grau im Leben.

Nein, es geht nicht um graue Kleidung – auch wenn ich selbst sehr gerne grau trage. Ich spreche vom Schwarz-Weiß-Denken und eben davon, dass ich mir wünsche, dass wir uns mehr Grau erlauben und auch mehr Toleranz für Grau zeigen.

Sind wir nicht alle voll auf Schwarz-Weiß gepolt? Es gibt so viele Sprüche oder Redewendungen zu dem Thema “ganz oder gar nicht”, “keine halben Sachen machen”, “Nägel mit Köpfen machen” oder “wenn schon, denn schon!”. Dann muss es doch richtig sein?

Ich sag ja gar nicht, dass das nie sinnvoll ist, aufs Ganze zu gehen. Ich belächle sogar selbst die Coke Light oder Zero Trinker, weil ich der Meinung bin, wenn eine Cola, dann halt eine richtige Cola.

Aber es gibt so viele Bereiche des Lebens, in denen wir es uns oder anderen mit genau diesem Denken unnötig schwer machen. Ein Beispiel ist die “Veganpolizei”, die gerne mal Veganer als nicht vegan genug beschuldigt oder Schwachstellen finden möchte und damit die Bemühungen von Einzelpersonen um eine ethisch vertretbarere Lebensweise runtersetzt. Und wofür?

Ist es nicht so, wenn nur “ganz oder gar nicht” zählt, dass wir viele Dinge eher gar nicht machen?

Mangold & Muskat Text für mehr Toleranz und weniger Druck Zitat

„Hast du da eine Plastiktüte? Du bist doch Veganer und verwendest trotzdem Plastiktüten?“

Vergleichbare Reaktionen habe ich schon erlebt. Zum Glück selten gegen mich gerichtet, aber im Internet sieht man das überall. Und was macht es mit dir? Es demotiviert dich! “…beim nächsten Mal sage ich lieber gar nicht, dass ich Veganer bin, dann spare ich mir sowas. Oder lohnt es sich überhaupt, dass ich mich vegan ernähre, wenn ich nicht auch Zero-Waste lebe, ausschließlich nachhaltige Mode kaufe und nur saisonale und regionale Lebensmittel verwende?”

Ja, es lohnt sich! sage ich. Und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Ein Schritt ist mehr als keiner.
  2. Muss man irgendwo anfangen.
  3. Weil wir uns nicht überschätzen sollten.

Was ich damit meine?

Ein Schritt ist mehr als keiner.

Du isst also manchmal Fleisch? Toll, dass du nicht andauernd Fleisch isst. Das tut sicherlich dir und deiner Umwelt gut und du zeigst dir und anderen, dass du für ein Thema einstehst, dass du etwas tust!

Beim Thema Sport sagt doch auch keiner “Wie, du läufst nur einmal die Woche nur 5 km und nicht täglich 20 km?” – Wieso gibt es dann Lebensbereiche, wo man dafür angekackt wird, dass man überhaupt was tut?

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Muss man irgendwo anfangen.

Du trägst also Wolle, obwohl du dich vegan ernährst? Wundervoll, dass du dich entschieden kannst, in deiner Ernährung auf Tierisches zu verzichten und zwar komplett!

Sind wir mal ehrlich, natürlich wäre es toll, wenn wir imstande wären, in jedem Bereich unseres Lebens 100 % zu geben. Aber wie oft klappt das? Wie lange schafft es jemand, so zu essen, dass jede Mahlzeit gesund ist? Kein Süßes, kein gar nichts… Wer schafft es überhaupt, zu wissen, was 100%ig gesund ist? Gibt es sowas überhaupt?

Worauf ich damit hinaus will: Man kann sich ganz schnell ganz doll überfordert fühlen mit diesen hohen Prozentzahlen, die man meint, erreichen zu müssen.

Die Wahrscheinlichkeit, die Diät durchzuziehen ist doch viel geringer, wenn du dir bestimmte Dinge komplett verbietest, als wenn du langsam anfängst. Wenn du von heute auf morgen für Zero-Waste, 100 % nachhaltige Mode und nur saisonale und regionale Lebensmittel und vegan einstehen willst, dann nimmst du dir ganz schön was vor.

Hohe Ambitionen sind natürlich super, aber es ist kein Muss überall bei 100 zu landen. Genehmige dir und anderen doch auch mal ein schönes Grau!

Weil wir uns nicht überschätzen sollten.

Im Umgang mit anderen sollten wir uns immer wieder bewusst machen, wir haben die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen. Soll heißen

  1. Auch wir haben unsere Schwachpunkte.
  2. Du kennst mit Sicherheit nicht die Zusammenhänge, die dazu führen, dass Person X zwar H&M meidet, aber dennoch manchmal Fleisch isst. Es kann viele Gründe haben, warum Person X zum Zeitpunkt X an dem Punkt ist, wo sie gerade ist.

Statt uns gegenseitig auf unsere Fehler hinzuweisen, wäre es doch viel schöner, wenn wir das betonen, was gut ist, was man geschafft hat und uns so gegenseitig motivieren. Andernfalls gibt es immer weniger grau, weil sich niemand traut, unperfekt zu sein und einfach mal mit einer Sache anzufangen, die ihm oder ihr am Herzen liegt.

Daher bin ich für mehr grau im Leben!

 

Jetzt bist du dran!

Wie siehst du das? Stimmst du mir zu? Oder siehst du das ganz anders?

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